Informationen - Geschichte


Geschichte




Ordnung: Raubtiere (Carnivora)

Über-Familie: Marder und Bären

Familie: Marderartige (Mustelidae)

Unter-Familie: Wieselartige (Mustelinae)

Gattung: Erd- oder Stinkmarder

Arten: Iltisse (Mustela putorius)

Unter-Art: Frettchen (Mustela putorius f. furo)


Das Frettchen ist die einzigste domestizierte Marderart der Welt.

Frettchen wurden ca. 300 vor Christus das erste Mal schriftlich erwähnt. Aristoteles (Griechenland) berichtet vom Iltis (als Honigdieb und Vogelfresser) und 200 Jahre später liest man in Briefen von Plinius (Rom) über Frettchen (die eine Kaninchenplage beenden sollten).





Ursprünglich wurden Frettchen zur Schädlingsbekämpfung und Kaninchenjagd gezüchtet, sie sollten durch den Menschen handhabbar sein, aber ihren Jagdinstinkt bewahren. Frettchen waren in Europa lange vor der Hauskatze bekannt und verbreitet. Als diese allerdings Einzug hielt, geriet das Frettchen erst einmal in Vergessenheit. Erst relativ spät begannen Jäger die Vorzüge des Frettchens als Jagdgenossen wiederzuentdecken und damit kam das Frettchen dann auch als Haustiere ins Gespräch. Seit den 1980er Jahren wurde das Frettchen auch in Deutschland als Haustier immer beliebter und es entstand ein neuer Trend. Frettchen wurden nun nicht mehr nur auf Jagdtauglichkeit gezüchtet, sondern vor allem auf Zahmheit und Schönheit. Gerade der letzte Punkt ging oft auf Kosten der Tiere, denn es wurde zu sehr auf das Äußere geachtet, anstatt auf die Gesundheit. Um immer mehr Besonderes und Außergewöhnliches zu erschaffen, betrieb man Inzucht und verpaarte auch offensichtlich erbgeschädigte Tiere miteinander, deren defektes Erbgut sich mittlerweile durch die gesamte Frettchenpopulation Europas und Amerikas ziehen kann. Frettchenzüchter nehmen weite Reisen in Kauf um ihre Fähen im Ausland decken zu lassen oder Zuchttiere aus dem Ausland in ihre Heimat zu bringen. So ist kein Frettchen mehr sicher vor Gendefekten, von denen man bisher vielleicht nur aus dem Ausland hörte.

Dies ist einer der Gründe, wieso man als Züchter dringend Genetikkenntnisse braucht, und unbedingt die Abstammung seiner Zuchttiere kennen muss. Und es ist ein guter Grund, um als Frettchenkäufer sehr genau darauf zu achten, woher man seine Frettchen nimmt! Nicht jeder Züchter ist seriös. Außerdem ist zu bedenken, ob man nicht lieber einem älteren Tier aus dem Tierheim oder einer Frettchenhilfe ein neues Heim geben möchte.